Misteltherapie als Begleitbehandlung zur Chemotherapie
Beitrag
Misteltherapie als Begleitbehandlung zur Chemotherapie
Was sie leisten kann – und was nicht
Eine Krebsdiagnose stellt Betroffene vor enorme körperliche und seelische Herausforderungen. Neben der leitliniengerechten schulmedizinischen Therapie – insbesondere Chemotherapie, Immun- oder Strahlentherapie – wünschen sich viele Patienten zusätzliche Unterstützung, um Nebenwirkungen zu lindern und die eigene Belastbarkeit zu stärken. Eine häufig nachgefragte ergänzende Behandlung ist die Misteltherapie.
Was ist die Misteltherapie?
Die Misteltherapie ist ein Verfahren der komplementären Medizin und wird seit Jahrzehnten in der begleitenden Krebsbehandlung eingesetzt. Verwendet werden standardisierte Extrakte aus der europäischen Mistel (Viscum album), die subkutan (unter die Haut) injiziert werden.
Die Mistel enthält biologisch aktive Substanzen, darunter:
- Mistellektine
- Viscotoxine
- Polysaccharide
Diese Substanzen wirken auf das Immunsystem und bestimmte Regulationsmechanismen des Körpers.
Ziel der Misteltherapie bei Chemotherapie
Ziele der Misteltherapie können sein:
- Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens
- Reduktion von Erschöpfung (Fatigue)
- Milderung von Nebenwirkungen wie Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen
- Unterstützung der Immunregulation
- Stabilisierung der psychischen Belastbarkeit
Viele Patienten berichten über mehr Energie, besseren Schlaf und eine subjektiv bessere Lebensqualität während der Krebstherapie.
Wichtig ist eine klare Einordnung:
- Die Misteltherapie ersetzt keine Chemotherapie.
- Sie dient ausschließlich als begleitende Maßnahme.
Wie ist die wissenschaftliche Datenlage?
Die Studienlage zur Misteltherapie ist heterogen:
- Für eine Lebensverlängerung oder Tumorrückbildung gibt es keinen gesicherten Nachweis.
- Für die Verbesserung der Lebensqualität und die Reduktion therapiebedingter Nebenwirkungen liegen hingegen konsistente Hinweise aus klinischen Studien und Beobachtungen vor.
Internationale Leitlinien bewerten die Misteltherapie daher unterschiedlich. In Deutschland wird sie vor allem im Rahmen der integrativen Onkologie eingesetzt – immer ergänzend, nicht alternativ.
Sicherheit und Verträglichkeit
Bei fachgerechter Anwendung gilt die Misteltherapie als gut verträglich.
Mögliche, meist harmlose Reaktionen:
- Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
- leichtes Fieber oder grippeähnliche Symptome
- Müdigkeit in den ersten Behandlungstagen
Diese Reaktionen sind in der Regel Ausdruck der immunologischen Aktivierung und medizinisch gut steuerbar.
Wichtig:
Die Misteltherapie sollte ausschließlich unter ärztlicher Begleitung erfolgen, insbesondere bei laufender Chemotherapie oder Immuntherapie. Dosierung, Präparatauswahl und zeitliche Abstimmung sind entscheidend.
Für wen ist die Misteltherapie geeignet?
Die Misteltherapie kann sinnvoll sein:
- während oder nach einer Chemotherapie
- bei ausgeprägter Fatigue oder eingeschränkter Lebensqualität
- bei Patienten mit dem Wunsch nach aktiver Mitgestaltung ihrer Therapie
Nicht in jedem Fall ist sie angezeigt. Die Entscheidung erfolgt individuell, unter Berücksichtigung der Tumorart, der laufenden Therapie und des allgemeinen Gesundheitszustands.
Unser ärztlicher Ansatz
In unserer Praxis verfolgen wir einen integrativen Behandlungsansatz:
- Schulmedizinische Therapie bildet stets die Grundlage
- Ergänzende naturheilkundliche Verfahren werden gezielt, kritisch und evidenzorientiert eingesetzt
- Ziel ist nicht „mehr Therapie“, sondern mehr Verträglichkeit, Stabilität und Lebensqualität
Die Misteltherapie ist dabei ein möglicher Baustein, kein Allheilmittel.
Fazit
Die Misteltherapie kann eine sinnvolle Ergänzung zur Chemotherapie sein, wenn sie realistisch eingeschätzt und fachlich begleitet wird. Sie ersetzt keine onkologische Standardtherapie, kann jedoch helfen, den Weg durch die Behandlung körperlich und seelisch besser zu bewältigen.
Gerne beraten wir Sie individuell, ob und in welcher Form eine Misteltherapie in Ihrer Situation sinnvoll ist.
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